Anwenderbericht: Krankenhäuser Buchholz und Winsen

Digitalisierung sichert unsere Zukunft.

Ein Gesundheitsunternehmen mit zwei Standorten wirtschaftlich erfolgreich in die Zukunft zu führen hat sich Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen gGmbH, zur Aufgabe gemacht. Mithilfe von Digitalisierung will er Zukunftsperspektiven für die Kliniken schaffen und einen ersten Schritt zur Etablierung eines Netzwerks zur Gesundheitsversorgung im Landkreis Harburg tun. Als technologische Basis dient dabei das Krankenhaus-Informationssystem (KIS) von i-SOLUTIONS Health. Das Ziel ist eine umfassende IT-Offensive, von der Ärzte und Patienten gleichermaßen profitieren sollen.

Der Landkreis Harburg zählt rund 250.000 Einwohner und liegt in unmittelbarer Nähe zu Hamburg. Mit Buchholz, Seevetal und Winsen hat er drei Mittelzentren, aber keinen Bevölkerungsschwerpunkt. Deshalb übernehmen zwei Akutkrankenhäuser in Buchholz und Winsen die wohnortnahe medizinische Versorgung der Landkreisbewohner. Beide Kliniken befinden sich in Trägerschaft des Landkreises Harburg. Hinzu kommt die Waldklinik Jesteburg mit dem Spezialbereich der neurologischen Frührehabilitation und der rehabilitativen Weiterbehandlung nach operativen Eingriffen. Sie ist enger Kooperationspartner beider Krankenhäuser.

Meilenstein: Papierloses Notfall- und Diagnostikzentrum

Die Aufnahme und Verwaltung von Patientendaten in den Ambulanzen der Krankenhäuser Buchholz und Winsen erfolgte bisher nicht durchgängig digital. Mit dem Neubau des Notfall- und Diagnostikzentrums (NDZ), das im Jahr 2016 eröffnet wurde, tat das Krankenhaus Winsen einen mutigen Schritt in die Zukunft: Gemeinsam mit i-SOLUTIONS Health schuf der Gesundheitsdienstleister eine IT-Struktur auf Basis des Krankenhausinformationssystems ClinicCentre, die es den Ambulanz-Mitarbeitern des NDZ nun ermöglicht, weitgehend papierlos zu arbeiten – zum Vorteil von Ärzten und Patienten.

Jährlich werden im NDZ, zu welchem Notaufnahme, internistisch-chirurgische und orthopädisch-unfallchirurgische Ambulanz gehören, mehr als 33.000 Patienten versorgt. Und dies oft unter hohem Zeitdruck. „Bei der Digitalisierung wurde deshalb darauf geachtet, die tatsächlichen Abläufe in den Ambulanzen abzubilden und diese in die bestehende IT-Infrastruktur einzubetten“, erläutert Harald Frede, Leitung IT/Organisation der Krankenhäuser Buchholz und Winsen. Die Ärzte sind zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Abläufe in den Ambulanzen sind dank der Digitalisierung gefühlt um 30 Prozent schneller als vorher. Wir haben jetzt nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich kurze Wege. Alle wichtigen Informationen sind in der zentralen elektronischen Patientenmappe sofort verfügbar, das spart enorm Zeit“, beschreibt Dr. Heiner Austrup, Chefarzt der Orthopädie und Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, die Vorteile der neuen KIS-Lösung.

Dr. Wolfgang Wedel - Ein kurzer Blick in den Visitenwagen – und schon hat Dr. Wolfgang Wedel alle Daten seiner Patientin parat
Ein kurzer Blick in den Visitenwagen – und schon hat Dr. Wolfgang Wedel alle Daten seiner Patientin parat

Digitale Patientenmappe entlastet Ärzte

Wie die Digitalisierung die ärztliche Arbeit unterstützt, schildert Dr. Wolfgang Wedel, Chefarzt für Innere Medizin, am Beispiel eines Patienten, der eine ambulante Magenspiegelung durchführen lässt. „Nach der Untersuchung übertrage ich Befund und Bilder per Knopfdruck ins KIS. Kommt der Patient später noch einmal in die Sprechstunde, habe ich die Daten in der elektronischen Patientenmappe sofort verfügbar. Das finde ich ausgesprochen praktisch“, so Dr. Wedel. Der Arzt kann auf diese Weise seine gesamte Aufmerksamkeit dem Patienten widmen, ohne – so wie früher – Untersuchungsergebnisse in Mappen zu suchen.

Fünf mobile Visitenwagen sind im NDZ im Einsatz. Sie helfen den Ärzten, sich vor dem Gespräch mit den Patienten per Mausklick schnell einen Überblick über den individuellen Fall zu verschaffen. Auch bei der Behandlung von Notfallpatienten ist die Digitalisierung von Vorteil. Die Patientendaten werden elektronisch erfasst. Mitarbeiter der zentralen Notaufnahme füllen anschließend einen elektronischen Fragebogen aus, der ihnen anhand wissenschaftlich evaluierter Kriterien („Manchester Triage“) ermöglicht zu entscheiden, ob der Patient durch einen Hausarzt behandelt, ambulant im NDZ versorgt oder stationär aufgenommen werden sollte. Kommt der Patient auf die Station, ist das digitale Notfallprotokoll für die Ärzte hilfreich, um schnell die geeignete Therapie einzuleiten. Der bisherige Erfolg des Winsener Digitalisierungsprojekts liegt nach Meinung von IT-Leiter Harald Frede darin begründet, dass die Mitarbeiter von Anfang an eingebunden wurden. „So konnte jede Abteilung entscheiden, welche IT-Komponenten sie für sich nutzen wollte“, erklärt Frede.

Notaufnahme - Die Bedienung des digitalen Visitenwagens ist einfach und erleichtert den Mitarbeitern der Notaufnahme die Arbeit
Die Bedienung des digitalen Visitenwagens ist einfach und erleichtert den Mitarbeitern der Notaufnahme die Arbeit

Zukunftssicherung der stationären Versorgung

Die Erfahrungen aus dem NDZ fließen jetzt in den Ausbau der digitalen Dokumentation auf den Stationen ein. Dafür sollen 70 mobile Visitenwagen angeschafft werden. „Ich bin mir sicher, dass wir auch im stationären Betrieb die Effektivität der Prozesse deutlich steigern können“, so Dr. Austrup.

Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen, beabsichtigt mit dem Digitalisierungsprojekt noch weit mehr als bloße Zeitersparnis. Er hat die umfassende Zukunftssicherung der stationären Versorgung im Landkreis Harburg im Blick. „Eine funktionierende digitale Infrastruktur zwischen den Krankenhäusern Buchholz und Winsen würde die standortunabhängige Nutzung verfügbarer Kompetenzen ermöglichen“, erläutert Böttcher. Behandelnde Ärzte könnten also sowohl von Winsen als auch von Buchholz aus gleichermaßen auf sämtliche Patientendaten zugreifen, um Diagnosen zu stellen und Therapien zu planen. Und den Patienten blieben weite Wege erspart.

Norbert Böttcher - „Wir müssen uns dem Selektionsdruck stellen“, sagt Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen
„Wir müssen uns dem Selektionsdruck stellen“, sagt Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen

Ziel: Ein digitales Gesamtkonzept

Erste Schritte in die digitale Zukunft haben die Krankenhäuser schon gemacht. Die häuserübergreifenden onkologischen Zentren mit ihren interdisziplinären Tumorboards halten standortübergreifende Videokonferenzen ab. Die Stroke-Unit im Krankenhaus Winsen kooperiert per Videokonferenz mit dem UKE Hamburg. Nun soll ein umfassendes Gesamtkonzept beide Häuser verbinden. Die Digitalisierung des NDZ ist der erste Schritt dazu.

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels auf dem Gesundheitsmarkt ist Geschäftsführer Böttcher der digitale Zusammenschluss der beiden Krankenhäuser eine Herzensangelegenheit. „Der Selektionsdruck auf die vorhandenen Krankenhausstandorte unter dem Gesichtspunkt der betriebswirtschaftlich leistungsfähigen Mindestgröße ist enorm“, berichtet er. Jedes für sich sind die Krankenhäuser Buchholz und Winsen eher klein. Verknüpft durch eine digitale Infrastruktur können sie gemeinsam und standortunabhängig medizinische Leistungen erbringen. „Damit erfüllen sie die Voraussetzungen für einen Schwerpunktversorger und haben damit deutlich bessere Zukunftschancen“, so die Überlegungen des Geschäftsführers.

In das Konzept mit einbezogen werden soll auch die Waldklinik Jesteburg, mit der die Krankenhäuser schon jetzt sehr eng zusammenarbeiten, insbesondere in den Bereichen Schlaganfallversorgung und Orthopädie/Unfallchirurgie. Teile des Digitalisierungsprojekts, die auch für andere Krankenhäuser beispielgebend sein könnten, möchte Geschäftsführer Böttcher zudem als Modellversuch mit wissenschaftlicher Begleitung durch den Lehrstuhl einer Hochschule realisieren.

Krankenhäuser Buchholz und Winsen gGmbH

In der Metropolregion Hamburg versorgt die Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH in zwei modernen, wirtschaftlich erfolgreichen Akutkrankenhäusern mit 14 Fachabteilungen, vier Zentren, CPU und Stroke-Unit, 546 Planbetten und 1.600 Mitarbeitern jährlich 32.000 stationäre und 73.000 ambulante Patienten. Beide Krankenhäuser sind Akademische Lehrkrankenhäuser der Universität Hamburg.

Mehr Informationen auf www.krankenhaus-buchholz.de und
www.krankenhaus-winsen.de.

»Alle wichtigen Informationen sind in der zentralen elektronischen Patientenmappe sofort verfügbar, das spart enorm Zeit.«

Dr. Heiner Austrup, Chefarzt der Orthopädie und Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Winsen

Anwenderbericht Krankenhäuser Buchholz und Winsen

Fast Fact

Hier können Sie den ausführlichen Anwenderbericht als PDF-Datei herunterladen.

Info & Beratung ClinicCentre

Telefon: +49 2327 568-210
Telefax: +49 2327 568-532
E-Mail: cc-vertrieb@i-solutions.de

Folgen Sie uns!

Follow Us on Twitter Follow Us on LinkedIn Follow Us on XING