Fragen & Antworten zur Telematikinfrastruktur

Alle Fakten zur Telematikinfrastruktur für Sie im Überblick

Was bedeutet Online-Rollout?

Mit dem Online-Rollout werden Praxen und Krankenhäuser an die Telematikinfrastruktur angebunden. Als erste Online-Anwendung ist das Versichertenstammdatenmanagement geplant.


Auf welcher gesetzlichen Grundlage erfolgt der Online-Rollout?

Der Online-Rollout geht auf das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) zurück. Dieses Gesetz regelt die Einführung einer digitalen Infrastruktur mit höchsten Sicherheitsstandards sowie die Einführung nutzbringender Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte. Mehr Informationen zum E-Health-Gesetz >>.


Was ist die Telematikinfrastruktur?

Die Telematikinfrastruktur vernetzt alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens mit einer speziellen Verschlüsselungstechnik über das Internet, so dass ein hochsicherer Austausch von Informationen sichergestellt ist. Die TI bildet damit ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer (Personen und Institutionen) mit einem elektronischen Ausweis Zugang erhalten.


Warum wird die TI eingeführt?

Die TI soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen – Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Praxen, Kassenärztliche Vereinigungen, Apotheken und Krankenkassen – miteinander vernetzen und den Datenaustausch über Sektorengrenzen hinweg erleichtern. Den Aufbau der TI regelt das Sozialgesetzbuch (SGB) V und hier vor allem der § 291a.


Wer betreibt die TI?

Die gematik GmbH hat gemäß §291a SGB V den gesetzlichen Auftrag zur Einführung, zum Betrieb und zur Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur, der elektronischen Gesundheitskarte sowie zugehöriger Fachanwendungen für die Datenkommunikation zwischen Heilberuflern, Kostenträgern und Versicherten. Die gematik entwickelt die übergreifenden IT-Standards für die Einführung der eGK und ist für den Aufbau und Betrieb einer bundesweiten, möglichst nahtlos zusammenarbeitenden und sektorübergreifenden Informations-, Kommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur (Telematikinfrastruktur) verantwortlich.

Gesellschafter der gematik sind die Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens, also der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft sowie der Deutsche Apothekerverband.


Wer muss an der TI teilnehmen?

Alle Ärzte, Psychotherapeuten, Zahnärzte, Krankenhäuser, Praxen und Apotheken. Jede Praxis und jedes Krankenhaus müssen an der TI teilnehmen, wenn nicht ausschließlich Privatpatienten behandelt werden.


Welche Anwendungen bieten die TI und die eGK?

Die elektronische Gesundheitskarte und die Telematikinfrastruktur bieten Versicherten sowie (Zahn-) Ärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern, Praxen und Apotheken verschiedene Anwendungen. Diese lassen sich gemäß §291a SGB V in Pflichtanwendungen und freiwillige Anwendungen unterscheiden.

Die Einführung der TI beginnt mit der Umsetzung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM). Diese Anwendung ist für alle Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten, die an der Versorgung gesetzlich Versicherter teilnehmen, verpflichtend.

Freiwillig ist die Nutzung folgender Anwendungen: Daten für die Notfallversorgung (Notfalldaten), elektronischer Arztbrief (e-Arztbrief), e-Medikationsplan, elektronische Patientenakte (e-Patientenakte), elektronisches Patientenfach (e-Patientenfach).


Was ist VSDM?

VSDM steht für Versichertenstammdatenmanagement. Dies ist die erste Online-Anwendung auf der elektronischen Gesundheitskarte. Beim Einlesen der eGK wird dabei zunächst die Gültigkeit der Versichertendaten überprüft. Falls erforderlich werden die Daten im Anschluss automatisch aktualisiert.


Sind außer VSDM weitere Anwendungen geplant?

Zunächst ist nur VSDM als Online-Anwendung geplant. In Zukunft könnten aber z.B. auch der Medikationsplan oder Notfalldaten auf der eGK gespeichert werden.


Wie erfolgt der Zugang zur TI?

Der Zugang zur TI erfolgt über einen TI-Konnektor. Er ähnelt in Aufbau und Aussehen einem DSL-Router, arbeitet allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau und muss voraussichtlich spätestens nach fünf Jahren ausgetauscht werden. Er stellt ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her, so dass eine Kommunikation unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien abgeschirmt über das Internet erfolgt. Der Konnektor wird mit den stationären Kartenterminals sowie den Praxis- oder Krankenhaus-Informationssystemen (in Ihrem Fall mit unserem KIS ClinicCentre bzw. dem RIS RadCentre) über die Netzwerkverkabelung verbunden.


Was benötigen Sie für die Anbindung an die TI?

Sie benötigen einen sicheren Internetzugang, drei neue TI-Komponenten sowie einen speziellen Dienstleistungsvertrag, um an die TI angeschlossen zu werden:

• TI-Konnektor
• Neues stationäres Kartenterminal mit Sicherheitsmodul SMC-KT
• Einrichtungsausweis (SMC-B-Karte) sowie
• Dienstleistungsvertrag mit einem VPN-Zugangsdienstanbieter

Diese müssen von der gematik und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zugelassen sein. Zusätzlich wird in Ihrem KIS ClinicCentre bzw. RIS RadCentre ein spezielles, zertifiziertes TI-Kommunikationsmodul zum Datenaustausch mit dem TI-Konnektor benötigt, welches bereits von der gematik zugelassen ist.

Die genaue Anzahl benötigter Konnektoren, Lesegeräte und Zugänge zur TI-Infrastruktur ermitteln wir gemeinsam mit Ihnen anhand einer Checkliste >>. Die Anzahl der benötigten Komponenten ist abhängig von der Anzahl und Art der KV-Ermächtigungen, der vorhandenen Betriebsstätten sowie der eingesetzten Primärsysteme.


TI-Konnektor

Der Konnektor gehört zukünftig zur erforderlichen Hardware-Ausstattung aller Leistungserbringer. Er ermöglicht die sichere Anbindung von Praxis- und Krankenhaus-Informationssystemen (wie dem RIS RadCentre oder dem KIS ClinicCentre) an die Telematikinfrastruktur. Sowohl die Kartenlesegeräte als auch die Primärsysteme sind per Netzwerk mit dem Konnektor verbunden. Über den Konnektor kann dann aus dem KIS oder RIS heraus sowohl der Zugriff auf die Kartenlesegeräte als auch die Kommunikation mit der TI erfolgen.


Stationäre Kartenterminals

Da die alten Kartenterminals die aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen, sind neue Kartenterminals notwendig. Die neuen Geräte sind zusätzlich mit einem Sicherheitsmodul (SMC-KT) bestückt, welches dauerhaft versiegelt seitlich im Kartenterminal steckt. Die neuen Kartenterminals dürfen nicht wie bisher via USB-Kabel direkt an den PC, sondern müssen an die Netzwerkverkabelung angeschlossen werden, um die Online-Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte nutzen zu können.


Einrichtungsausweis (SMC-B-Karte)

Ein Einrichtungs- bzw. Praxisausweis wird (je Betriebsstätten-Nummer BSNR) zur Anmeldung an der TI benötigt. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Security Module Card Typ B-Karte (SMC-B). Die Karte wird bei der Installation der TI-Technik in eines der Kartenterminals gesteckt und über eine PIN freigeschaltet. Nur damit kann der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen. Eine erneute Eingabe der PIN ist erforderlich, wenn das Kartenterminal oder der Konnektor neu eingeschaltet wird. Nur mit freigeschaltetem Praxisausweis kann der Konnektor eine Online-Verbindung zur TI herstellen. Herausgegeben werden die SMC-B-Karten für Krankenhäuser durch die DKTIG >>. Für Arztpraxen hat die zuständige KV eine Liste der ausgebenden Stellen veröffentlicht. Die Karte wird beantragt:

• vom zugelassenen Arzt für seine Betriebsstätte und ggf. Nebenbetriebsstätten
• vom ärztlichen Leiter für das MVZ
• vom ärztlichen Leiter, Obmann oder Bezirksstellenleiter für Notfallpraxen


VPN-Zugangsdienst

Für den Zugang zur TI benötigen Krankenhäuser und Praxen einen speziellen VPN-Zugangsdienstanbieter – ähnlich einem Internetprovider. Der VPN-Zugangsdienstanbieter kümmert sich zusätzlich um die Wartung und die nötigen Updates des Konnektors und der Kartenterminals. Zugangsdienstanbieter werden von der gematik zugelassen. i-SOLUTIONS Health verwendet den zugelassenen VPN-Zugangsdienst von T-Systems.


Lieferung der Komponenten über eine „sichere Lieferkette“

Alle für die TI benötigten Komponenten dürfen nicht mit der normalen Post oder normalen Lieferdiensten in das Krankenhaus oder die Praxis geliefert werden. Sie müssen in einer sog. „sicheren Lieferkette“ zugestellt und persönlich vor Ort an den Arzt oder einen von ihm bevollmächtigten Mitarbeiter übergeben werden. Der Transport findet in speziellen Sicherheitsverpackungen statt. Alle diese Maßnahmen sind Bedingung für die Zulassung der Geräte und werden den Herstellern vom BSI >> (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) vorgeschrieben. Dieser Aufwand soll verhindern, dass auf dem Weg zwischen Hersteller und Einsatzort Unbefugte die Geräte manipulieren bzw. in den Besitz der Zugangstechnologie gelangen können.


Wie ändert sich das Karteneinlesen?

Der Anwender startet das Karteneinlesen wie gewohnt. Bei aktivierter Online-Funktionalität wird vor der Kartenverarbeitung dann automatisch geprüft, ob eine Online-Aktualisierung erforderlich ist und bei Bedarf via Konnektor auch direkt durchgeführt. Das System kann so konfiguriert werden, dass an einem Arbeitsplatz genau ein Lesegerät verwendet wird, auf das dann beim Karteneinlesen automatisch zugegriffen wird. Nur falls an einem Arbeitsplatz mehrere Lesegeräte verwendet werden sollen, muss der Anwender, bevor er das Karteneinlesen startet, das zu verwendende Lesegerät zunächst auswählen. Dieses wird dann für alle weiteren Einlese-Vorgänge verwendet, bis der Anwender die Einstellung ändert.


Müssen Sie sich beim Karteneinlesen authentifizieren?

Ja. In Zukunft werden die Versichertendaten auf der eGK im sogenannten „geschützten“ Bereich gespeichert, auf den man nur nach erfolgreicher Authentifizierung zugreifen kann. Die Authentifizierung erfolgt unter Verwendung der SMC-B-Karte. Diese muss nur einmalig und dann nach einem Neustart des Konnektors durch Eingabe einer PIN frei geschaltet werden und gilt dann bei allen Einlese-Vorgängen im laufenden Betrieb. Es ist also nicht erforderlich, bei jedem Einlese-Vorgang eine PIN einzugeben.


Ist i-SOLUTIONS Health auf den Online-Rollout vorbereitet?

i-SOLUTIONS Health hat mit seinem Krankenhaus-Informationssystem ClinicCentre am Pilotbetrieb des Online-Rollouts erfolgreich teilgenommen. Das KIS ClinicCentre sowie das RIS RadCentre sind bereits von der gematik zertifiziert und für das bundesweite Rollout zugelassen.


Wie sieht der Zeitplan aus?

Die gematik hat die Freigabe für den Online-Rollout zum 1. Juli 2017 erteilt. Laut E-Health-Gesetz soll Leistungserbringern, die ab dem 01.01.2019 kein VSDM durchführen, das Honorar gekürzt werden. Wir empfehlen daher, die Anbindung an die TI bis zum 31.12.2018 vorzunehmen.


Förderung der Beschaffung zur Anbindung an die TI

Nach gesetzlichen Vorgaben sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die Erstausstattung und den laufenden Betrieb in voller Höhe zu übernehmen. Die Anzahl der geförderten TI-Zugänge/Konnektoren und Lesegeräte richtet sich nach der Anzahl der Ärzte. Wie viele Softwaresysteme eingesetzt werden, ist für die Förderung irrelevant. Weitere Details zur Förderung >>


Was müssen Sie tun, um auf das Online-Verfahren umzustellen?

Füllen Sie unsere Checkliste >> aus. Wir erstellen Ihnen ein Angebot, klären mit Ihnen gemeinsam, welche Komponenten für Sie erforderlich sind und vereinbaren mit Ihnen den genauen Zeitplan für die Installation.

Checkliste TI-Konnektor-Verfahren

Anhand unserer Checkliste können Sie alle Anforderungen zur Anbindung an die TI strukturiert abarbeiten und beantworten.

Anlage: Aufstellung KV-Ermächtigungen & Betriebs-stätten

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